„20626“ – Mazda 626 Sonderschau startet im April 2026
Ende März 2026 beginnen im Mazda Classic – Automobil Museum Frey die Umbauarbeiten für die neue Sonderschau „20626“. Der Titel spielt auf die legendäre Mittelklasse-Baureihe Mazda 626 und das aktuelle Ausstellungsjahr 2026 an – eine Zeitreise durch mehr als zwei Jahrzehnte Mazda Geschichte.
Der Beginn einer Erfolgsgeschichte
Dass Mittelklasse nicht mittelmäßig sein muss, stellte Mazda schon Mitte der 1960er Jahre mit dem weltweit als Designikone gefeierten Modell Luce unter Beweis. Den Grundstein für eine beispiellose japanische Erfolgsgeschichte in der Mittelklasse legte aber der im Februar 1979 auch in Deutschland eingeführte Mazda 626. Gezeichnet in stilprägend-eleganten Formen und konstruiert für begeisternden Fahrspaß stieg der familienfreundliche Mazda 626 auf zum zeitweise erfolgreichsten Importmodell in Deutschland. Kaum weniger aufsehenerregend waren die spektakulären technischen Innovationen, mit denen der in fünf Generationen bis 2002 gebaute Mazda 626 Mut zur Größe zeigte und sich auf vollkommen neue Wege in der Mittelklasse wagte.
Die Mittelklasse neu definieren – unter diesem Anspruch startete der Mazda 626 als viertürige Familienlimousine und sportives Hardtop-Coupé mit einem Hauch Extravaganz. Durch klare, leicht keilförmige Linien und mit großzügig dimensionierten Glasflächen gab sich die 4,31 Meter lange Limousine ganz europäisch im Gegensatz zur bis dahin meist amerikanischen Design-Vorlieben folgenden Mittelklasse Made in Japan. Besonderen Applaus von Presse und Publikum erntete das Mazda 626 Coupé für seinen schwebend-leichten Dachpavillon im Hardtop-Design. Ungewohnt großzügig dimensioniert war das Interieur des Mazda 626, der sich auch hier von asiatischen Wettbewerbern abhob und neue Maßstäbe setzte. „Der Deutsche aus Japan“, wie der zuverlässige Mazda 626 in den Medien genannt wurde, bewies außerdem, dass billig manchmal schicker und besser sein kann. Denn der serienmäßig nahezu komplett ausgestattete Mazda 626 unterbot mit Preisen ab 12.690 Mark fast alle vergleichbaren Konkurrenten und legte die Basis für eine Bestsellerkarriere von Nummer 626.
Technische Innovationen und neue Maßstäbe
Zur Mittelklasse für Millionen wurde der Mazda 626 in der 1983 vorgestellten zweiten Generation. Wieder konstruierte Mazda seinen Erfolgstyp völlig anders und zählte jetzt zu den Vorreitern bei der Einführung des Vorderradantriebs im Segment der großen Familienlimousinen. Innovativ war auch die breite Karosseriepalette aus fünftüriger Fließhecklimousine, klassischem Viertürer und sportivem Coupé. Unter der Motorhaube des Mazda 626 arbeiteten neu entwickelte Vierzylinder, dies auch als effizienter Diesel und bahnbrechender Benziner mit Vierventiltechnik. Diese Variantenvielfalt, die sportiven Fahreigenschaften und die inzwischen fast sprichwörtliche Zuverlässigkeit machten den Mazda 626 nicht nur zum meistverkauften Importmodell seiner Klasse. Der 626 fing jetzt auch an, der etablierten deutschen Konkurrenz Niederlagen in Vergleichstests der Fachpresse beizubringen.
Es kam jedoch noch besser für den 626, denn in der 1987 lancierten dritten Generation feierte der Mazda sogar Absatzrekorde als meistverkauftes Importauto in Deutschland überhaupt. Möglich machte diesen Erfolg eine konsequente Erweiterung des Modellprogramms. So gab es die Baureihe nun zusätzlich als praktischen Kombi mit großem, variablem Laderaum und als visionären technischen Innovationsträger: Permanenter Allradantrieb in Verbindung mit serienmäßigem Vier-Kanal-ABS war damals eine alles andere als selbstverständliche Technologie. Sogar Jahrzehnte Vorsprung gegenüber fast allen Konkurrenten sicherte sich der Mazda 626 mit einer elektronisch geregelten Allradlenkung.
Von der Mittelklasse zum Mythos
Fortgeschrieben wurde die Erfolgsstory des Mittelklassemodells für Familie und Business mit der 1991 vorgestellten vierten Generation. Der Mazda 626 präsentierte sich nun in repräsentativer Größe und überraschte einmal mehr mit einer Fülle an technischen Highlights. Tatsächlich konnten es die auf 4,70 Meter Länge gewachsenen, elegant gezeichneten vier- und fünftürigen Limousinen jetzt sogar mit deutschen Premium-Modellen aufnehmen, bot der Mazda 626 doch neben neuen DOHC-16-Ventil-Vierzylindern auch einen leistungsstarken und laufruhigen 2,5-Liter-V6 und sogar einen der weltweit ersten hocheffizienten Diesel mit Comprex-Druckwellenlader. Nicht zu vergessen: der permanente Allradantrieb und die elektronisch geregelte Allradlenkung für Fahrdynamik und Sicherheit fast wie in der Luxusklasse.
In der 1997 vorgestellten, fünften Auflage beeindruckte der Mazda 626 durch neue Leichtigkeit und ein cleveres Raumkonzept. Trotz deutlich kompakterer Außenabmessungen setzte die Mittelklasse im Kapitel Platzangebot höhere Maßstäbe als je zuvor und dies auch mit einem neu entwickelten Kombi, der mit über 500 Litern Ladevolumen zu den größten seiner Klasse zählte. Konsequenter Leichtbau drückte das Leergewicht des Mazda 626 auf fast 1.200 Kilogramm, was sich wiederum in beispielhaften, günstigen Verbrauchswerten der Vierzylinder-Benziner und -Diesel niederschlug.
Im Jahr 2002 verabschiedete sich der Mazda 626 – und machte damit die Bühne frei für den ersten Mazda6 als Speerspitze eines ganz neuen Zeitalters für die japanische Marke. Das Design wurde jetzt noch mutiger und schärfer, die Technik nachhaltiger und effizienter, vor allem aber stand der Mazda6 für pures Fahrvergnügen. So sah es auch die Fachwelt, denn schon dieser erste Mazda6 gewann über 120 Vergleichstests und Auszeichnungen und bestand als erstes Fahrzeug einen 100.000-Kilometer-Dauertests eines führenden deutschen Fachmagazins ohne Fehler.
In der neuen Ausstellung „20626“ nimmt das Mazda Classic – Automobil Museum Frey seine Besucher mit auf eine Reise durch die Entwicklung des Mazda 626: von seinen Anfängen in den späten 1970er Jahren über die dynamischen 1980er und 1990er bis hin zu seinem Abschied vom Markt im frühen 21. Jahrhundert. Dabei wird die Vielseitigkeit des Modells gezeigt – vom klassischen Familienauto über sportliche Varianten bis hin zu technischen Details und Innovationen, die den 626 über seine fünf Modellgenerationen hinweg auszeichneten.
„20626“ wird ab Anfang April 2026 mit diversen Modellen der Mittelklasse-Baureihe im Rahmen der Dauerausstellung im Mazda Classic – Automobil Museum Frey zu sehen sein. Das mitten in der Augsburger Innenstadt in einem historischen Straßenbahndepot eingerichtete Museum lässt aber auch viele weitere Highlights der mittlerweile 105-jährigen Unternehmensgeschichte des unkonventionellen Automobilherstellers aus Hiroshima lebendig werden.


