MuseumsgeschichteVom Straßenbahndepot zum Automobil Museum

Das erste Mazda-Museum in Europa

Wer kennt sie nicht: Den 323, den 626 und allen voran den MX-5? Mazda ist seit den 1970er-Jahren auf deutschen Straßen unterwegs und vielen Bürgern seit ihrer Jugend bekannt. Mit dem „Mazda Classic – Automobil Museum Frey“ haben alle Mazda-Begeisterten in Europa nun einen Ort, um die Erinnerungen wieder aufleben zu lassen. Und für die Augsburger Unternehmerfamilie geht ganz nebenbei ein Traum in Erfüllung.

Familie Frey betreibt das liebevoll eingerichtete Museum und die Eventlocation in Augsburg

Begeisterung für den Kreiskolbenmotor

Hinter „Mazda Classic – Automobil Museum Frey“ stehen der Augsburger Autohändler Walter Frey und seine Söhne Joachim und Markus. Walter Frey gründete im Jahr 1971 in Gersthofen bei Augsburg die Firma Auto Frey, die bis heute ein Familienunternehmen ist. Seit 1978 ist Auto Frey Mazda-Vertragshändler und damit einer der deutschen Mazda-Händler erster Stunde. Die Entscheidung für den japanischen Autobauer kam nicht von ungefähr. Der Wankelmotor, der über lange Zeit hinweg für Mazda typisch war, faszinierte den technikbegeisterten Walter Frey. Im Museum lernen die Besucher daher selbstverständlich auch das Prinzip des Kreiskolbenmotors näher kennen und können viele der typischen Serienmodelle mit Wankelmotor besichtigen.

Sammelleidenschaft seit 1980

Seit mehr als 30 Jahren ist Walter Frey passionierter Sammler. Ihren Anfang nahm die Sammlung 1980 mit dem ersten Mazda Cosmo Sport, den er im amerikanischen New Jersey entdeckte und kaufte. Heute ist dieser Wagen das Prunkstück unter allen ausgestellten Fahrzeugen. Seine Sammelleidenschaft gab Walter Frey auch an seine Söhne weiter. Gemeinsam haben Sie die größte Sammlung an Mazda-Serienfahrzeugen der Welt geschaffen. 120 Fahrzeuge repräsentieren die Typen- und Baureihen, die der japanische Autobauer seit den 1930er-Jahren herausgebracht hat. Kein Wunder also, dass die Idee entstand, ein eigenes Museum zu eröffnen.

Ein Highlight der Austellung: Einer der wenigen in Europa und Deutschland existierenden Mazda Cosmo Sport Exemplare.
Mazda Museum im alten Straßenbahndepot. Ideal als auch als Veranstaltungsraum

Der richtige Ort: ein altes Straßenbahndepot

Für ihren Traum eines Automobil Museums brauchten die Freys vor allem eins: Ein Gebäude mit ausreichend Platz. Unterstützt durch den Augsburger Bürgermeister wurden sie schließlich fündig: Das alte Tramdepot am Senkelbach verknüpfte die notwendige Fläche mit historischen Charme. Liebevoll saniert hat diese zu großen Teilen unter Denkmalschutz stehende Location ein einzigartiges Flair – der ideale Rahmen für die historischen Fahrzeuge.

Vom Bau bis zur Schließung

Errichtet wurde der Betriebshof für die elektrische Straßenbahn in den Jahren 1897 und 1898. Betreiber war damals noch die „Elektrizitäts-AG Schuckert & Co“. Erst im Jahr 1908 wurde das Depot von der Stadt Augsburg übernommen und in „Centrale der Augsburger elektrischen Straßenbahn“ umbenannt. 1914 und 1915 ergänzte die Stadt neue Betriebswerkstätten, 1934 eine Schalter- und Wartehalle. In den Jahren 1943 und 1944 folgten schließlich die Omnibusgaragen. Kurz darauf fielen die nördliche Wagenhalle, die Werkstätten und weitere Gebäude dem zweiten Weltkrieg zum Opfer, wurden anschließend allerdings schnell wiederaufgebaut. 1954 siedelten die Werkstätten, 1956 schließlich auch die Verwaltung um.

Ein umgebautes Straßenbahndepot dient als Räumlichkeiten für Veranstaltungen und das Museum.
Ein Gebäude mit ausgefallener Atmosphäre und Kultstatus für Feiern und Events

Umnutzung zum Museumsgebäude

Das Depot wurde im Jahr 1960 geschlossen und diente bis 1989 nur noch als Zwischenlager für Oldtimer und nicht mehr eingesetzte Fahrzeuge. 1968 mietete das Polizeipräsidium Schwaben größere Gebäudeteile. Die Bayerische Landespolizei richtete 1975 sogar einen Schießstand im Keller des Anbaus Emilienstraße ein. Erst 1998 zogen die Polizeieinheiten wieder aus. Zwischen 1989 und 1994 dienten die Gebäude zudem den „Freunde der Augsburger Straßenbahn e.V.“ als Heimat. In den Jahren 1995 bis 1999 kam es sogar kurzzeitig wieder zur Inbetriebnahme aller Gleise, weil der Straßenbahnbetriebshof in der Baumgartnerstraße umgebaut wurde. Ab 1999 folgten dann allerdings nur noch Teilvermietungen und Leerstände, bis Familie Frey das Depot erwarb und zum Mazda Museum umbaute.

Immer neu durch Rotation: Die Ausstellung

Bis zu 50 Fahrzeuge finden im Automuseum Platz. Einen Schwerpunkt werden nahezu alle jemals produzierten Mazda Modelle mit Kreiskolben- beziehungsweise Wankelmotor bilden. Durch den regelmäßigen Wechsel der gezeigten Fahrzeuge bleibt die Ausstellung immer spannend. Einige Klassiker wie der Mazda Cosmo Sport werden aber selbstverständlich immer zu sehen sein. Mit Unterstützung von Mazda Deutschland geht damit ein Traum in Erfüllung, der die Faszination des japanischen Autobauers einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht.